Osteopathie

Osteopathie ist eine manuelle Medizin mit umfangreicher, ganzheitlicher Anamnese. Anders als in vielen anderen Bereichen der Medizin nähere ich mich auf osteopathischem Weg dem Körper nicht möglichst spezialisiert, sondern vernetzend. So kann ich Zusammenhänge erkennen, die möglicherweise für jahrelange Schmerzen oder Bewegungseinschränkung verantwortlich sind.

Die Osteopathie verbindet 3 wichtige Bereiche miteinander. Den Bewegungsapparat, das Viszerum (die inneren Organe) und das Craniosakrale System.

Dem liegt das Verständnis zu Grunde, dass sich nicht nur Gelenke und Muskeln bewegen, sondern auch die Flüssigkeiten des Körpers, wie Blut, Lymphe, Liquor in ständiger Bewegung sind. Auch die inneren Organe und Drüsen bewegen sich zu-, mit- und gegeneinander. Das Verständnis für all diese Beweglichkeit und das Streben sie zu erhalten, oder falls nötig wieder her zu stellen machen einen guten ganzheitlichen Therapiezugang aus.

Viszerale Osteopathie

An den inneren Organen zu arbeiten halte ich für eine großartige Sache! Es gibt viele unmittelbare Zusammenhänge zwischen den inneren Organen, deren Beweglichkeit und der Bewegungsfreiheit des Bewegungsapparats.

Im osteopathischen Arbeiten konzentriere ich mich nicht auf die biochemischen, sondern die biomechanischen Funktionen eines Organs. Dies meint die Aufhängung jedes Organs und das Zusammenspiel mit der Umgebung. Dieses Zusammenspiel ist häufig beeinträchtigt, obwohl in keinem gängigen Laborbefund Auffälligkeiten zu entdecken sind. Das liegt nach osteopathischem Denken daran, dass es wahrscheinlich ist, dass zuerst die Beweglichkeit eines Organs eingeshränkt ist und es erst nach langer Bewegungseinschränkung zu Minderfunktionen des entsprechenden Organs kommen kann.

In jedem Fall stellen innere Organe und der Bewegungsapparat, vor allem die Wirbelsäule, eine Einheit dar.

So kann zum Beispiel das manuelle Arbeiten an Blase oder Dünndarm Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule ganz entscheidend verbessern. Nacken- und Kopfschmerzen können im Bereich der Lunge, des Magens oder der Leber ihre Ursache haben.

Die Wiener Schule für Osteopathie schreibt dazu auf ihrer Website:

“Mobilität als wichtigstes Kriterium für optimale Funktion ist auch die Basis der Visceralosteopathie, wo Beweglichkeit und Eigenrhythmus der inneren Organe und der angrenzenden Gewebe beurteilt und therapiert werden. Einschränkungen der visceralen Beweglichkeit können zu Funktionsstörungen der inneren Organe, aber auch zu Fernwirkungen wie z.B. Rückenschmerzen führen.Diese Vielfalt der Therapieansätze formiert sich in der Hand des erfahrenen Osteopathen zu einem Ganzen, das es ermöglicht, auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten in einem ganzheitlichen Behandlungskonzept einzugehen.”

 

Eine Einschränkung der Beweglichkeit eines Organs hat für den Osteopathen mindestens so viel Bedeutung wie ein immobiler Wirbel.

 

So ist mein Ziel als Osteopath stets bessere Beweglichkeit in allen 3 Bereichen:

  • Bewegunsapparat,
  • Viszerum und
  • craniellem System

Strukturelle Osteopathie

Der Begriff strukturelle Osteopathie beschreibt im wesentlichen eine Vielzahl von Behandlungszugängen, die direkt oder indirekt unmittelbar auf Gelenke, Bindegewebe und Muskulatur einwirken.

Ähnliche Techniken finden sich in Chiropraktik, Manueller Therapie und Physiotherapie.

Craniosakrale Osteopathie

Die cranio-sakrale Osteopathie ist ein sanftes manuelles Verfahren, bei dem Handgriffe vorwiegend im Bereich des Schädels (cranium) und des Kreuzbeins (sacrum) ausgeführt werden. Das cranielle System umfasst äußerlich die knöchernen Strukturen von Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein und innerlich unsere Hirn– und Rückenmarkshäute (dura mater und dura spinalis) in ihrer Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis). Der freie, uneingeschränkte, rhythmische Fluss des Liquors und die Bewegung der knöchernen Teile des craniellen Systems regulieren zahlreiche Körperfunktionen.
Diese Technik geht zurück auf den Osteopathen William Garner Sutherland, der vor etwas mehr als hundert Jahren begann den knöchernen Schädel zu erforschen und beeindruckende Erfahrungen über das Zusammenspiel der einzelnen Schädelknochen sammelte. Er legte den Grundstein für die unterschiedlichen Craniosakraltherapien von heute.

Im Körper findet ständig Bewegung oder vielmehr Rhythmus statt. Mehr noch finden ständig verschiedene Rhythmen gleichzeitig statt. Atmung, Puls, Lymphbewegung, Liquorfluss und andere. Diese Rhythmen zu spüren habe ich trainiert. Ausgehend von der Bewegung des Liquor cerebrospinalis auch IVM (involuntary motion) genannt. Zumindest im osteopathischen Modell. Es ist also Training und jahrelanges Üben, dem ich meine praktischen Fähigkeiten verdanke.

Wie ein chinesischer Mediziner nach eingehendem Studium des Wissens seiner Zunft und intensivem Training einzig anhand des Pulses erspüren kann welche Organe möglichen Schaden genommen haben, so lernt auch der Osteopath nach intensivem Studium die Beweglichkeiten der Gewebe und der Flüssigkeiten im Körper zu erkennen, zu lesen und schließlich zu deuten.

In meiner Arbeit wirke ich am Besten an den Bindegewebe (=Faszien) und den Flüssigkeiten (=Blut, Liquor, Lymphe, …).

Stark überspitzt arbeite ich also quasi mit einem großen Wasserballon aus organischem Gewebe, der nicht nur über Hülle sondern auch über Kammern verfügt. Hat dieser Ballon irgendwo Knoten, möchte ich diese finden und lösen beziehungsweise integrieren. Egal ob an der Oberfläche, oder tief in seinen Kammern. Das ist das, was ich am liebsten mache.

Trotz aller Behandlungserfolge von Osteopathen weltweit, soll gesagt sein, dass es sich bei allen osteopathischen Erklärungen um Modelle handelt. Mir sind keine Versuchsreihen bekannt, die streng wissenschaftlich betrachtet, valide Belege für osteopathische Thesen bilden. Ob das an Fehlern in den osteopathischen, oder in den wissenschaftlichen Modellen liegt, wage ich nicht zu beurteilen. In jedem Fall handelt es sich für mich um Modelle, die danach trachten sich der Wahrheit gleich einer Hyperbel im endlosen Raum an zu nähern, sie aber doch nie erreichen. Müssen sie ja auch nicht, so lange es bei möglichst vielen Patienten funktioniert, bin ich mit meinem osteopathischen Modell sehr zufrieden.

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